Sonntag, 23. August 2015

"Je länger es schmerzt, desto radikaler ist die Veränderung an uns."

Was antwortet man den bitte auf die Frage „Warum lachst du nicht?“ 
Man könnte antworten, wegen der Uhrzeit, es sei zu früh um zu lachen, oder man könnte sagen, dass man die Nacht schlecht geschlafen hätte. 
Man könnte diese Lügen auftischen und darauf hoffen, dass sie einem geglaubt werden, doch man macht es nicht gerne. 
Man lügt niemanden gerne an. 
Egal ob man denjenigen mag oder verachtet. 
Lügen ist eine der hässlichen Eigenschaften die der Mensch besitzt. 
Die andere Möglichkeit wäre, die Wahrheit zu sagen. 
Aber wie sagt man jemanden etwas, was man selbst nicht genau beschreiben kann. 
Es ist kein traurig sein, kein Schmerz. Es ist vergleichbar mit etwas, das nicht wirklich existiert. 
Wenn man es versuchen würde zu erklären dann könnte man sagen, dass dieses Gefühl wie eine Leere ist. 
Eine Leere, die an der Stelle existiert, wo sich eigentlich das Herz befinden sollte. Eine Leere, die keine Farben kennt. 
Nur Kontraste wie schwarz und weiß. 
Du kannst noch etwas fühlen, doch es ist nicht mehr so intensiv wie früher. 
Es ist so, als ob eine durchsichtige Mauer dein Herz eingeschlossen hat und es keine Freude an es heranlässt. 
An manchem Tagen kannst du Freude fühlen, nur eben nicht richtig. 
Man ist nicht immer traurig. An guten Tagen fühlt sich einfach alles neutral an. Aber immerhin ist neutral besser als gar nichts zu fühlen. 
Wenn dir jemand Komplimente macht, dann glaubst du sie nicht, weil du denkst, dass derjenige dich anlügt, weil du dich einfach selbst so sehr hasst. 
Vielleicht kann man nicht gleich von hassen sprechen, aber diese tiefe Unzufriedenheit mit sich selbst ist vergleichbar mit Hass.
Manchmal verlieren wir den Boden und müssen in Tränen ausbrechen, wir müssen alles, was sich angestaut hat raus lassen.
Ja vielleicht tut es uns sogar ganz gut.
Aber vielleicht, verlieren wir dadurch nur noch einen kleinen Teil von uns.
Nachdem die Flut über uns herein gebrochen ist, sich der Wind gelegt hat versuchen wir uns erneut zu fangen.
Wir fahren die Schutzmauern hoch und nehmen Stellung ein.
So wie immer.
Doch nach jedem Sturm, nach jeder Flut ist da diese Leere in uns.
Eine Leere die uns von innen aufzufressen droht.